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Rankingverlust nach dem Relaunch: Ursachen finden und Sichtbarkeit zurückholen

Ein Relaunch soll die Website besser machen, doch oft folgt erst einmal ein Schreck: weniger Besucher, weniger Anfragen, Rankings im freien Fall. Dieser Beitrag hilft, wenn es schon passiert ist. Er zeigt, welche Schwankungen normal sind, wie Sie die Ursache systematisch finden, welche zehn Fehler am häufigsten dahinterstecken und wie Sie die Sichtbarkeit zurückholen. Wer den Relaunch noch vor sich hat, findet die Vorbeugung in unserer Checkliste für den Website-Relaunch.

Welche Schwankungen normal sind

Google beschreibt den Umzug einer Website mit neuen Adressen offen: Bei einer mittelgroßen Website kann es einige Wochen oder länger dauern, bis die neuen Adressen erfasst sind, bei großen Websites länger. Schwankungen im Ranking sind in dieser Zeit normal und legen sich wieder. Eine feste Höchstdauer nennt Google nicht.

Ein Warnsignal sind dagegen:

  • ein Einbruch von mehr als der Hälfte der Klicks innerhalb weniger Tage
  • wichtige Seiten, die für ihren eigenen Namen nicht mehr gefunden werden
  • ein Verlust, der nach mehreren Wochen nicht kleiner wird
  • viele alte Adressen, die in der Search Console als Fehler auftauchen

Die Ursache in einer Stunde finden

  1. Zeitraum vergleichen: Vergleichen Sie in der Google Search Console unter Leistung die vier Wochen vor und nach dem Relaunch. Sortieren Sie nach Seiten und nach Suchanfragen. So sehen Sie, ob alle Seiten verlieren oder nur bestimmte.
  2. Seiten mit Verlust prüfen: Rufen Sie die alten Adressen der größten Verlierer auf. Leiten sie mit Status 301 auf die passende neue Seite weiter?
  3. Indexierung prüfen: Unter Seiten zeigt die Search Console, welche Adressen nicht indexiert sind und warum, etwa ausgeschlossen durch noindex, durch robots.txt blockiert oder Soft 404.
  4. URL-Prüfung nutzen: Prüfen Sie die wichtigste neue Seite mit dem Werkzeug URL-Prüfung. Es zeigt, ob Google die Seite crawlen darf, welche kanonische Adresse es gewählt hat und wie die Seite gerendert aussieht.
  5. Crawl starten: Ein Crawler wie Screaming Frog oder ein eigenes Skript findet Weiterleitungsketten, defekte interne Links, fehlende Titel und noindex-Angaben auf der ganzen Website.
  6. Alte Adressliste gegenprüfen: Lassen Sie alle Adressen aus der alten Sitemap oder der Search Console durch den Crawler laufen und prüfen Sie, wohin jede einzelne führt.

Die zehn häufigsten Ursachen

1. Sperre aus der Entwicklungsumgebung nicht entfernt

Ganz oben auf Googles Liste der häufigsten Fehler beim Umzug: Eine noindex-Angabe oder eine Sperre in der robots.txt aus der Entwicklung wurde mit online genommen. Prüfen Sie Quelltext, HTTP-Header und robots.txt. Wichtig: Die robots.txt ist laut Google kein Mittel, um Seiten aus dem Index zu halten, und eine noindex-Angabe wirkt nur, wenn Google die Seite überhaupt abrufen darf.

2. Weiterleitungen fehlen

Alte Adressen liefern 404, weil niemand eine Liste aller alten URLs angelegt hat. Besonders häufig betroffen: Blogartikel, Produktseiten, PDF-Dateien und Bilder, die von anderen Websites verlinkt werden.

3. Temporäre statt permanente Weiterleitungen

Für einen Umzug braucht es serverseitige Weiterleitungen mit Status 301 oder 308. Laut Google sind sie ein starkes Signal für die neue Adresse, 302 und 307 dagegen nicht. Weiterleitungen per JavaScript empfiehlt Google nur, wenn nichts anderes möglich ist.

4. Alles auf die Startseite umgeleitet

Wer alle alten Unterseiten pauschal auf die Startseite leitet, riskiert, dass Google das als Soft 404 wertet. Jede alte Adresse gehört auf die inhaltlich passende neue Seite. Inhalte, die es nicht mehr gibt, liefern 404 oder 410.

5. Weiterleitungsketten

Alte Adresse leitet auf eine Zwischenadresse, die wieder weiterleitet, etwa erst auf HTTPS, dann auf die Variante ohne www, dann auf den neuen Pfad. Googlebot folgt zwar bis zu zehn Weiterleitungen, Google rät aber, direkt auf das Ziel zu leiten und idealerweise nicht mehr als drei Schritte zu brauchen.

6. Falsche Canonical-Angaben

Das Canonical-Tag zeigt auf die Testumgebung, auf die Startseite oder auf eine alte Adresse. Jede neue Seite sollte auf sich selbst verweisen.

7. Interne Links zeigen noch auf alte Adressen

Navigation, Fließtext und Footer verlinken alte Adressen, die erst weiterleiten. Das kostet Crawl-Aufwand und schwächt die neuen Seiten. Stellen Sie interne Links direkt auf die neuen Adressen um.

8. Inhalte gekürzt oder zusammengelegt

Ein schlankeres Design ist schön, aber wenn ausführliche Leistungsseiten zu kurzen Teasern werden, fehlen die Inhalte, für die Google die Seite gerankt hat. Vergleichen Sie die Texte der größten Verlierer mit der alten Fassung.

9. Titel, Beschreibungen und strukturierte Daten verloren

Neue Vorlagen erzeugen oft einheitliche Seitentitel, leere Beschreibungen oder lassen strukturierte Daten weg. Prüfen Sie Titel, Beschreibung, Überschriften und strukturierte Daten der wichtigsten Seiten.

10. Sitemap und Search Console vergessen

Die alte Sitemap ist verschwunden, die neue nicht eingereicht, oder neue Domainvarianten sind in der Search Console nicht bestätigt. Google empfiehlt, alte und neue Sitemap einzureichen und alle Varianten der alten und neuen Website in der Search Console zu bestätigen.

Der Rettungsplan

  1. Sperren entfernen: noindex und robots.txt sofort korrigieren.
  2. Weiterleitungsliste nachholen: alte Adressen aus Search Console, alter Sitemap, Backlink-Werkzeugen und Server-Logs sammeln und jede einzeln auf das passende Ziel leiten, mit Status 301.
  3. Ketten auflösen: jede Weiterleitung direkt auf das Endziel.
  4. Canonical und interne Links korrigieren.
  5. Verlorene Inhalte zurückholen: wichtige Texte, Überschriften und Fragen auf den neuen Seiten ergänzen.
  6. Sitemap einreichen: die neue Sitemap und für eine Übergangszeit die alte, damit Google die Weiterleitungen schneller findet.
  7. Wichtige Seiten zur Indexierung einreichen: über die URL-Prüfung in der Search Console.
  8. Beobachten: wöchentlich Klicks, Indexierung und Fehler vergleichen, bis die Werte stabil sind.

Weiterleitungen sollten Sie nach Googles Empfehlung in der Regel mindestens ein Jahr beibehalten. Weil alte Adressen in Lesezeichen und auf fremden Websites stehen, lohnt es sich meist, sie dauerhaft bestehen zu lassen. Das Werkzeug Adressänderung in der Search Console brauchen Sie nur, wenn sich Domain oder Subdomain ändern, nicht bei neuen Pfaden, beim Wechsel auf HTTPS oder auf die Variante ohne www.

Aus der Praxis: unser eigener Relaunch

Als wir im September 2026 unsere eigene Website neu gestartet haben, standen wir vor denselben Fragen. Die alte Website lief auf WordPress, die neue ist eine eigene Entwicklung mit neuer Adressstruktur. Wir haben vorab alle alten Adressen erfasst und auf passende neue Seiten geleitet, die Variante mit www per 301 auf die Adresse ohne www umgestellt und die alte WordPress-Sitemap auf die neue Sitemap weitergeleitet. Vor und nach dem Start lief ein eigener Crawler über alle Seiten und prüfte Statuscodes, Titel, Beschreibungen, Canonical-Angaben, strukturierte Daten und die Übereinstimmung mit der Sitemap. Die Testumgebung war per noindex gesperrt, und genau diese Sperre haben wir beim Start als Erstes kontrolliert.

Vorbeugen ist günstiger als retten

Fast alle Ursachen in diesem Beitrag lassen sich vor dem Start vermeiden, mit einer vollständigen Adressliste, einer Weiterleitungstabelle, einem Crawl der Testumgebung und einer Kontrollliste für den Tag des Livegangs. Wie das im Detail geht, zeigt die Checkliste für den Website-Relaunch ohne Rankingverlust. Wer ohnehin neu baut, kann Barrierefreiheit gleich mit einplanen, dazu mehr im Leitfaden Barrierefreie Website erstellen.

So unterstützt THEONEAGENCY

Wenn Ihr Relaunch Sichtbarkeit gekostet hat, ist eine unabhängige Zweitmeinung oft der schnellste Weg zur Ursache. Über unsere unabhängige IT-Beratung prüfen wir Weiterleitungen, Indexierung und Technik und sagen Ihnen schriftlich, was zu tun ist, auch wenn ein anderer Dienstleister die Website gebaut hat. Planen Sie einen Relaunch, können Sie Ihre Website erstellen lassen oder Ihren Onlineshop erstellen lassen, Weiterleitungen und SEO-Prüfung gehören bei uns zum Projekt.

Eine erste Kostenschätzung erhalten Sie in rund drei Minuten im Projekt-Kalkulator, eine Antwort von uns innerhalb von 24 Stunden.

Häufige Fragen

Ist ein Rankingverlust nach dem Relaunch normal?

Leichte Schwankungen sind normal. Google schreibt, dass es bei einer mittelgroßen Website einige Wochen oder länger dauern kann, bis die neuen Adressen erfasst sind, und dass Rankings in dieser Zeit schwanken. Ein starker und anhaltender Einbruch deutet dagegen fast immer auf einen technischen Fehler hin, etwa vergessene Sperren oder fehlende Weiterleitungen.

Wie lange dauert es, bis sich die Rankings nach einem Relaunch erholen?

Eine feste Dauer nennt Google nicht. Wenn Weiterleitungen und technische Grundlagen stimmen, sind bei mittelgroßen Websites einige Wochen üblich, bei großen Websites länger. Wurde ein Fehler gemacht, beginnt die Erholung erst, wenn er behoben ist und Google die Seiten erneut gecrawlt hat.

Wie lange müssen Weiterleitungen nach einem Relaunch bestehen bleiben?

So lange wie möglich. Google empfiehlt, Weiterleitungen nach einem Umzug in der Regel mindestens ein Jahr beizubehalten. Da alte Adressen auch in Lesezeichen und auf fremden Websites verlinkt sind, lohnt es sich meist, sie dauerhaft bestehen zu lassen.

301 oder 302: welche Weiterleitung beim Relaunch?

Für dauerhafte Umzüge eine permanente Weiterleitung mit Status 301 oder 308. Laut Google sind sie ein starkes Signal, dass die neue Adresse die alte ersetzt. Temporäre Weiterleitungen mit 302 oder 307 sind dafür nicht gedacht und sollten nach einem Relaunch umgestellt werden.

Darf ich alle alten Seiten auf die Startseite weiterleiten?

Besser nicht. Google kann viele Weiterleitungen alter Unterseiten auf die Startseite als Soft 404 werten, also als Seite ohne passenden Inhalt. Leiten Sie jede alte Adresse auf die inhaltlich passende neue Seite weiter und liefern Sie für ersatzlos entfernte Inhalte den Status 404 oder 410.

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